Aktion gegen wilden Müll

Markus Schwarz-Riehle ärgert sich. Wenn er morgens aus dem Haus geht, stolpert er derzeit in der Rohrhofer Straße über eine wilde Müllablagerung. „Die wächst von Tag zu Tag“, beobachtet der Rheinauer SPD Bezirksbeirat. Alle vier bis fünf Wochen liegt an derselben Stelle Müll, der nicht angemeldet ist. Im Normalfall wird das immer recht schnell von der Abfallwirtschaft der Stadt Mannheim abgeholt. Aufgrund der aktuellen Situation wurde dieser Service jedoch eingeschränkt. „Und das ist auch richtig so, weil es eigentlich wichtigere Aufgaben gibt, als den Müll der Leute wegzuräumen“, erklärt Schwarz-Riehle. Zumal die illegale Entsorgung noch dazu eine Straftat sei.

Sein Mann, SPD Stadtrat Thorsten Riehle, fährt ebenfalls täglich an einer Abladestelle für Müll vorbei. Neben der Haltestelle Martinskirche in Rheinau Süd stapelt sich mal mehr, mal weniger Müll. Jede Woche stehe er mit den Mitarbeitern der Abfallwirtschaft in Kontakt. „Aber das ständige abholen kann ja dauerhaft nicht die Lösung sein“, so Riehle. Die Umsetzung der im Dezember auf Antrag der SPD Fraktion durch den Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen, um den Müll einzudämmen, sei noch nicht erfolgt. „Da muss ja erstmal ein Personalstamm aufgebaut werden“, erklärt Riehle. Die Idee, gezielt an den Stellen aktiv zu werden, an denen immer wieder der Müll abgelegt wird und über Nachfrage bei der Nachbarschaft, vor allen Dingen aber durch Aufklärung dafür zu sorgen, dass der Müll angemeldet wird und abgefahren werden kann, sei richtig. Allerdings helfe das aktuell eben nicht.

Deshalb haben die beiden Kommunalpolitiker zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen. Ein großes Transparent macht seit dieser Woche auf den Missstand aufmerksam. „Kein Müll entsorgen“ steht drauf. Das sei sprachlich zwar nicht ganz korrekt. „Aber mehr ging auf das Transparent nicht drauf“, schmunzelt Schwarz-Riehle über den unvollständigen Satz.

„Uns ging es darum, die Nachbarschaft aufmerksam zu machen“, erläutert Thorsten Riehle die Maßnahme. Der respektlose Umgang mit dem öffentlichen Raum, in dem sich alle Bürgerinnen und Bürger sicher bewegen wollen, werde so öffentlich gemacht. „Jeder regt sich darüber auf, aber durch nachbarschaftliche Ansprache kriegen wir das natürlich nicht in den Griff.“ Und dennoch rege die Aktion zum Nachdenken an. „Und wenn wir es schaffen, nur einen davon zu überzeugen, dass nicht mehr zu tun, haben wir schon viel erreicht“, so Riehle.

1 Kommentar

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Stefanie Kalluppantworten
28. Juli 2020 um 12:01

Sehr geehrter Herr Riehle,
Auf dem Pfingstberg zeigt sich leider das Gleiche Problem. Der Parkplatz der Kleingärten in der Wachenburgstraße wird seit Monaten als wilde Müllhalde missbraucht. Matratzen, Möbel, zerbrochenenws Glas, verwesende Fleischabfälle, BrennSpiritus, Hausmüll usw usw. wird einfach entsorgt und liegen gelassen. Das Gleiche auf der Rückseite der Gärten (Waldgartenweg direkt neben der Trauerhalle) Trampolin, Eesensabfälle, Kartons, Möbel usw. Es stinkt, es verwest, es sieht unzumutbar aus, es stellt eine Gefahr dar und lockt Ratten und Ungeziefer an. Es wurde mehrfach bei der Stadt gemeldet über verschiedene Stellen, es wurden Fotos geschickt und auch die Kleingärten angeschrieben. Entweder keine Antwort oder immer wieder das es weitergeleitet wird, aber es passiert einfach nichts. Das umliegende Gelände um den Wald der Pfingstbergschule ist schon sehr verdreckt, auch hier wird immer wieder Müll im Wald entsorgt aber diese wilden Müllhalden über Monate toppen wirklich alles. Es ist eine Schande für unseren Stadtteil und die Wohnqualität sinkt immens. Viele Pfingstberger wünschen sich hierfür eine dauerhafte Lösung. Auch können wir Ahnwohner der Waldlichtung den Parkplatz kaum noch nutzen da diese Müllhalde unerträglich ist.
Da mir keine andere Möglichkeit einfällt als evtl die Presse einzuschalten damit man darauf aufmerksam wird, dachte ich , ich versuche es erstmal noch auf diesem Wege und schreibe Ihnen. Vielen Dank. S.Kallupp

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