Massive Kürzungen bei Sprach- und Integrationskursen gefährden Integration und Fachkräftesicherung in Mannheim
Die SPD-Gemeinderatsfraktion Mannheim kritisiert die Entscheidung des Bundesministerium des Innern (BMI), die Berufssprachkurse um mehr als 60 Prozent einzuschränken und zugleich die Teilnahme zahlreicher Gruppen von Geflüchteten an freiwilligen Integrationskursen zu streichen. Diese Maßnahmen treffen Kommunen wie Mannheim besonders hart und konterkarieren erfolgreiche Integrationsarbeit vor Ort. Betroffen sind hier Träger wie die Mannheimer Abendakademie, die in erheblichem Umfang Integrations- und Berufssprachkurse durchführen.
„Die Abendakademie ist eine der wichtigsten Bildungseinrichtung unserer Stadt. Die Integrationskurse sind ein wichtiger Baustein im Portfolio der Abendakademie, der den Weg zu mehr Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit ebnet. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erfahren durch den Besuch der Kurse vor Ort noch weitaus mehr Teilhabe- und Qualifizierungsmöglichkeiten“, so Dr. Melanie Seidenglanz, bildungspolitische Sprecherin der SPD im Mannheimer Gemeinderat.
„Sprache ist ein Türöffner zu Arbeit, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Wer hier den Rotstift ansetzt, nimmt billigend in Kauf, dass Integration scheitert“, erklärt Annalena Wirth, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Gemeinderatsfraktion. „Gerade die drastische Kürzung der Berufssprachkurse wird dazu führen, dass Menschen mit Bleibeperspektive länger von qualifizierter Beschäftigung ausgeschlossen bleiben. Das schadet den Betroffenen – und wird vor allem für die Kommunen langfristig mehr Kosten mit sich bringen.“ Auch die Streichung der Teilnahme an freiwilligen Integrationskursen für zahlreiche Gruppen von Geflüchteten stößt auf scharfe Kritik.
Die integrationspolitische Sprecherin Prof. Dr. Heidrun Deborah Kämperbetont: „Diese Entscheidung ist integrationspolitisch kurzsichtig. Freiwillige Integrationskurse sind oft der erste Schritt, um im Alltag anzukommen, Kontakte zu knüpfen und demokratische Werte zu vermitteln. Wer diese Angebote kappt, verschärft soziale Spannungen und erschwert ein gutes Zusammenleben.“
Für Mannheim haben die Kürzungen konkrete Folgen: Bereits aufgebaute Kursstrukturen drohen wegzufallen, Träger verlieren Planungssicherheit, und Betriebe finden schwieriger geeignetes Personal. Gleichzeitig steigt der Druck auf kommunale Beratungs- und Unterstützungsangebote, die entstehende Lücken auffangen müssen.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion fordert das BMI daher auf, die Kürzungen umgehend zurückzunehmen und die Finanzierung von Sprach- und Integrationskursen verlässlich sicherzustellen. Hierzu hat sie auch eine Anfrage zur kommenden Sitzung des Gemeinderats eingebracht, um Transparenz von der Verwaltung über die die Planungsgrundlagen sowie die konkreten Folgen für Angebot, Personal und Teilnehmende zu erhalten. „Wer heute in Sprache und Integration investiert, stärkt morgen sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke – auch und gerade in Mannheim.“ ergänzen Wirth und Kämper.
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